Russische Armee grbt vergessene Panzer wieder aus
Sinfonie in Bildern: Multimedia mit Tschaikowski
Russland-Aktuell zur Statrseite machen

Archiv der Kategorie ‘. Martinas Schlangeneier‘

 
 

Die Melonen kommen - Ein Lob des russischen Dorf-Marktes

Wenn in Moskau die zahlreichen Verkaufsplätze für Melonen eingerichtet werden, neigt sich der Sommer dem Ende entgegen. Am 2. August, dem Iljin-Tag (der Volksmund behauptet, an diesem Tage habe ein Rentier ins Wasser gepinkelt), ist auch die Badesaison in den mittleren Breiten zumindest volkstümlich-offiziell so gut wie zu Ende. Der August zeigt sich hier gewöhnlich schon ein bißchen herbstlich.

Die trüben Aussichten auf kürzer werdende verregnete Tage versüßen die Melonen, Honig- und Wassermelonen, die auf LKWs aus dem krasnodarer Gebiet und vor allem aus Astrachan in die großen Städte gebracht werden. Die Melonen aus Astrachan gelten als die schmackhaftesten. Sie reisen erster Klasse, auf weiches Stroh gebettet, damit sie unbeschädigt ankommen. Die Händler bilden eine Kette und heben jede Melone einzeln und behutsam vom Wagen.

Den ganzen Beitrag lesen…

Russland - Das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten

Vom Holzlöffel bis zur kosmischen Rakete, vom Aschenputtel aus der Provinz zur Oligarchenbraut, vom armen Mathelehrer zu einem der reichsten und einflussreichsten Männer Russlands - hier ist alles drin.

Aber auch unglaublich empörende Dinge sind an der Tagesordnung. So kann man in der Umgebung oder Verwaltung des Oberhauses des russischen Parlamentes Personen finden, die da nicht hingehören, weil ihnen eine kriminelle Vergangenheit anhängt.

Aufgebrochen aus einer asiatischen Sowjetrepublik, heute steht als Geburtstag längst Moskau im Pass, eroberte er die Hauptstadt, stieg in der mafiösen Hierarchie auf, sass hinter Gittern, beseitigte Konkurrenten. Die Grossfamilie holte er nach, unterstützte alle finanziell und überwand bürokratische Hürden. Als beinharter Macho hält er alle Frauen in der Familie nieder, verbietet ihnen Hosen zu tragen oder gar zu rauchen. Da hagelts Schläge. Seine Frau läuft ständig mit blauen Flecken geschmückt umher.

Die blutjunge Geliebte, stolze Besitzerin einer Luxuswohnung von seinen Gnaden, darf hingegen alles.

Den ganzen Beitrag lesen…

Die Welt im Eimer und die Barbie im Sarg?

Bisher glaubt noch niemand so recht an die weltumwälzenden Folgen der Krise, doch wir kommen ganz anders raus, als wir reingegangen sind, alle, ausnahmslos. Und wir stehen erst am Anfang der Krise, alle weichgespülten hoffnungsvollen Prognosen dienen zur Selbstberuhigung der Politiker und damit das Volk stillhällt.

Gipfel in London, werden die politischen und finanziellen Eliten in der Lage sein, die gravierenden Probleme der Welt zu lösen? Haben sie genug visionäres und strategisches Denkpotential, um alte Strukturen aufzubrechen und Neues zu wagen?

Es sieht nicht so aus. Vollmundige Erklärungen bleiben in der Luft hängen, die weltweite Talfahrt geht indessen weiter. Fotoshootings wie immer und weiter mit Blick auf den nächsten Gipfel. Hauptsache Publicity, egal, was es kostet! Ist auch eine Art Opium fürs Volk. Politisches Showbiz.

Den ganzen Beitrag lesen…

Die Ökokeule: individuelle und amtliche Vermüllung

 

Während es in Deutschland mode ist, Umwelt freundlich zu leben, wird in Moskau, ja beinahe in ganz Russland fröhlich vor sich hin gemüllt. Zigarettenkippen, Teebeutel, Fischgräten fliegen aus dem Fenster  (die Hofarbeiter aus dem fernen Asien räumen’s schon weg), aus fahrenden Autos „fallen“ leere Zigarettenschachteln, Colabüchsen, Chipstüten und andere schöne Sachen, manchmal allerdings auch Glasflaschen.

Aber die Vermüllung findet nicht nur individuell (aber massenhaft) statt, sondern auch sozusagen amtlich (und noch massenhafter).

Im Winter werden die Strassen und Gehwege mit Chemikalien regelrecht eingeweicht, Schuhe, Hosen, Atemwege, Autos, Grundwasser – alles wird barbarisch in Mitleidenschaft gezogen. Stört aber keinen in der Stadtregierung, sie kaufen weiter munter jedes Jahr andere Chemiejauche, um sie freigiebig zu verteilen. Einmal allerdings hat ihnen die Gier (den „Otkat“ hat ja bisher noch keiner abgeschafft) ein Schnippchen geschlagen. Bei Temperaturen unter -10 Grad verwandelte sich die ganze Brühe in Schmierseife ähnliche Masse, die Autos wahre Strassentangos tanzen liess. 


Den ganzen Beitrag lesen…

Das kann man auch in Moskau: Geh denken!

Martina Wiedemann, Moskau. Geh Denken! Diese Losung sah ich auf dem Protestmarsch gegen neonazistische Aufmärsche anläßlich des Jahrestages der Zerbombung Dresdens, wo die Opfer nicht genau gezählt werden konnten, weil viele Flüchtlingstrecks in der Stadt waren, in Laubenkolonien unterkamen und beinahe alle den Flammentod starben.

Meine Mutter mit ihren fünf jüngeren Geschwistern kam zu spät und fand keine Aufnahme mehr in der überfüllten Stadt. Aus einem Güterzug in Richtung Chemnitz sahen sie das Inferno, dem sie durch puren Zufall entronnen waren, von Luftdruckwellen wie Federn umhergeworfen.

Den ganzen Beitrag lesen…

Moskau, Moskau – Metro, Migranten und Limitschiki (2)

Der Metrochef jammert in allen Medien, dass pro Tag rund 200 0000 Passagiere weniger mit der U-Bahn fahren und somit ein grosses finanzielles Loch entsteht. Auf Fahrpreiserhöhung kommt er als allererstes, da könnte ich meinen Kopf verwetten. Er zeichnet sich überhaupt durch „massvolles Wirtschaften und strategische Weitsicht“ aus.

In den wilden 90ern und Anfang des neuen Jahrtausends gab es auch staatliche Zuschüsse für das beliebteste Verkehrsmittel. Diese aber flossen offensichtlich zum grossen Teil in dunkle Kanäle, denn weder gab es neue Waggons oder Gleise noch neue Strecken. Nun, wo Dank der planlosen Bauwut nichts mehr geht und ein Verkehrsinfarkt naht, besinnt man sich auf längst fällige Projekte im Untergrund der Stadt.

Den ganzen Beitrag lesen…

Moskau, Moskau – Metro, Migranten und Limitschiki (1)

Es ist in aller Munde und in zahlreichen in- und ausländischen Medien: Moskau ist die teuerste Stadt. Das Hurra dazu drängt sich aufdringlich in den Vordergrund. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man laut darüber lachen, denn diese Aussage liefert ein völlig verzerrtes Bild. Ich wohne seit 15 Jahren hier und verfolge sowohl die rasante als auch zweifelhafte Entwicklung der Stadt aus nächster Nähe.

Und auch jetzt in der Krise bleibt sie sich treu. Wachsende Arbeitslosigkeit, drastische Gehaltskürzungen, Rubelchaos – und die Preise steigen, und zwar für alles, auch für einen Herrenhaarschnitt und für Omis Äpfel. Erklären kann es niemand, aber alle machen mit.

Den ganzen Beitrag lesen…

Rosen trotz Krise – vom Valentinstag bis zum Frauentag

Die Frühlings- und andere Gefühle werden in Russland alljährlich auf eine besonders harte Probe gestellt. Ab Mitte Februar unterzieht man Gefühle und Geldbeutel einem Härtetest. Daran ändert auch die Krise nichts, gefeiert wird, auch wenn es einem Tanz auf dem Vulkan gleicht.

Es fängt an mit dem Valentinstag, ein amerikanisches Gefühlsimportprodukt, was vorher in Russland (wie auch in Deutschland) völlig unbekannt war. Seit der Mitte der 90er Jahre wird der Valentinstag zur Umsatzsteigerung in allen Bereichen intensiv herangezogen. Wer sich leicht beeinflussen läßt, kriegt da ganz schnell ein schlechtes Gewissen, weil er seinem Liebling nichts gekauft hat.

Den ganzen Beitrag lesen…

Sport frei!

Das neue, uns allen nicht sehr freundlich gesonnene neue Jahr hat schon eine kleine Wegstrecke zurück gelegt, manch guter Vorsatz, euphorisch in der Neujahrsnacht gefasst, staubt vor sich hin bis zum nächsten würdigen Anlass.

Falls jemand sich vorgenommen haben sollte, mehr Sport zu treiben oder einen Fitnessclub aufzusuchen, erfährt er jetzt gleich allerhand Interessantes aus den Moskauer Gesundheitstempeln.

Den ganzen Beitrag lesen…

Gute Laune dank Wohnungskündigung

Emotionales Highlight, ich sitze unter Kopfhörern und höre Wolle Petri, das Richtige fur gute Laune und meine Altersklasse. Da fließen ja die Texte regelrecht aus dem Hirne. Die Kollegen gucken zwar etwas verwundert, aber das stört mich nicht weiter. Sie sind von mir sowieso einiges gewohnt.

Den ganzen Beitrag lesen…