|
|
|
|
|
|
Archiv der Kategorie ‘Blog.Moskau.Ru - Kontinent Moskau‘
Wenn in Moskau die zahlreichen Verkaufsplätze für Melonen eingerichtet werden, neigt sich der Sommer dem Ende entgegen. Am 2. August, dem Iljin-Tag (der Volksmund behauptet, an diesem Tage habe ein Rentier ins Wasser gepinkelt), ist auch die Badesaison in den mittleren Breiten zumindest volkstümlich-offiziell so gut wie zu Ende. Der August zeigt sich hier gewöhnlich schon ein bißchen herbstlich.
Die trüben Aussichten auf kürzer werdende verregnete Tage versüßen die Melonen, Honig- und Wassermelonen, die auf LKWs aus dem krasnodarer Gebiet und vor allem aus Astrachan in die großen Städte gebracht werden. Die Melonen aus Astrachan gelten als die schmackhaftesten. Sie reisen erster Klasse, auf weiches Stroh gebettet, damit sie unbeschädigt ankommen. Die Händler bilden eine Kette und heben jede Melone einzeln und behutsam vom Wagen.
Den ganzen Beitrag lesen…
13. August 2009 | . Martinas Schlangeneier | Kommentare (1)
Vom Holzlöffel bis zur kosmischen Rakete, vom Aschenputtel aus der Provinz zur Oligarchenbraut, vom armen Mathelehrer zu einem der reichsten und einflussreichsten Männer Russlands - hier ist alles drin.
Aber auch unglaublich empörende Dinge sind an der Tagesordnung. So kann man in der Umgebung oder Verwaltung des Oberhauses des russischen Parlamentes Personen finden, die da nicht hingehören, weil ihnen eine kriminelle Vergangenheit anhängt.
Aufgebrochen aus einer asiatischen Sowjetrepublik, heute steht als Geburtstag längst Moskau im Pass, eroberte er die Hauptstadt, stieg in der mafiösen Hierarchie auf, sass hinter Gittern, beseitigte Konkurrenten. Die Grossfamilie holte er nach, unterstützte alle finanziell und überwand bürokratische Hürden. Als beinharter Macho hält er alle Frauen in der Familie nieder, verbietet ihnen Hosen zu tragen oder gar zu rauchen. Da hagelts Schläge. Seine Frau läuft ständig mit blauen Flecken geschmückt umher.
Die blutjunge Geliebte, stolze Besitzerin einer Luxuswohnung von seinen Gnaden, darf hingegen alles.
Den ganzen Beitrag lesen…
02. Juni 2009 | . Martinas Schlangeneier | Kommentare (9)
Als ich am Montag nachmittag von einer Reise in die russische Provinz zurück kam, fand ich in meinem Email Postfach eine Einladung der Israelischen Botschaft zu einer Veranstaltung des Eurovison Song Contest.
Zwar bin ich nicht gerade ein glühender Fan dieser Veranstaltung, da es bekanntlich weniger um gute Musik sondern eher um ein Medienspektakel geht, doch trotzdem war ich neugierig darauf, mir dies mal aus der Nähe anzusehen.
(Beitrag von GASTARBAiTERKA, die am 15.5. abends im Klub Bilingua auftritt.)
Den ganzen Beitrag lesen…
15. Mai 2009 | Blog.Moskau.Ru - Kontinent Moskau | Kommentare (3)
Bisher glaubt noch niemand so recht an die weltumwälzenden Folgen der Krise, doch wir kommen ganz anders raus, als wir reingegangen sind, alle, ausnahmslos. Und wir stehen erst am Anfang der Krise, alle weichgespülten hoffnungsvollen Prognosen dienen zur Selbstberuhigung der Politiker und damit das Volk stillhällt.
Gipfel in London, werden die politischen und finanziellen Eliten in der Lage sein, die gravierenden Probleme der Welt zu lösen? Haben sie genug visionäres und strategisches Denkpotential, um alte Strukturen aufzubrechen und Neues zu wagen?
Es sieht nicht so aus. Vollmundige Erklärungen bleiben in der Luft hängen, die weltweite Talfahrt geht indessen weiter. Fotoshootings wie immer und weiter mit Blick auf den nächsten Gipfel. Hauptsache Publicity, egal, was es kostet! Ist auch eine Art Opium fürs Volk. Politisches Showbiz.
Den ganzen Beitrag lesen…
08. April 2009 | . Martinas Schlangeneier | Kommentare (0)
Dieser Artikel erschien am 16.03. bei Russland-Aktuell. Ihre Meinung?
Gisbert Mrozek, Moskau. Es ist schon merkwürdig: versöhnliche Friedensangebote wie Medwedews Berliner Rede vor einem Jahr werden meist überhört, weil ungewohnt. Kommen dann andere Töne aus Moskau, funktionieren im Westen wieder die Reflexe.
Eigentlich hat Medwedew mit seiner Militärmodernisierungsrede nichts anderes getan, als eine Konsequenz daraus zu ziehen, dass seine Berliner Rede überhört wurde. Er kann gar nicht anders. Bei Strafe des eigenen Untergangs. Er kann schlecht mit Obama über Kompromisse reden, wenn er zu Hause den Ruf des Weicheis hat. Darum ist seine Rede auch für den internen Hausgebrauch - aber nicht nur.
Den ganzen Beitrag lesen…
18. März 2009 | Gisberts Randnotizen | Kommentare (0)
Auch in Russland gibt es alle Voraussetzungen für blutige Gemetzel: soziale Spannungen, Psychopathen und Massen an Waffen. Aber es gibt bisher kein Wort für „Amoklauf“. Blutbäder wie in den USA, Erfurt, Emsdetten oder Winnenden fanden bisher nicht statt. Erst am Freitag, dem 13.März 2009 wurde erstmals ein Amoklauf aus einer sibirischen Kleinstadt gemeldet.
Dabei ist in Russland Schusswaffenbesitz ohne Waffenschein oder Jagdschein verboten und wird hart bestraft. Das russische Waffengesetz erlaubt bisher nur den Verkauf von Gaspistolen. Aber dies Verbot ist nicht entscheidend, zumal es kaum kontrollierbar ist.
Den ganzen Beitrag lesen…
16. März 2009 | Gisberts Randnotizen | Kommentare (2)
Während es in Deutschland mode ist, Umwelt freundlich zu leben, wird in Moskau, ja beinahe in ganz Russland fröhlich vor sich hin gemüllt. Zigarettenkippen, Teebeutel, Fischgräten fliegen aus dem Fenster (die Hofarbeiter aus dem fernen Asien räumen’s schon weg), aus fahrenden Autos „fallen“ leere Zigarettenschachteln, Colabüchsen, Chipstüten und andere schöne Sachen, manchmal allerdings auch Glasflaschen.
Aber die Vermüllung findet nicht nur individuell (aber massenhaft) statt, sondern auch sozusagen amtlich (und noch massenhafter).
Im Winter werden die Strassen und Gehwege mit Chemikalien regelrecht eingeweicht, Schuhe, Hosen, Atemwege, Autos, Grundwasser – alles wird barbarisch in Mitleidenschaft gezogen. Stört aber keinen in der Stadtregierung, sie kaufen weiter munter jedes Jahr andere Chemiejauche, um sie freigiebig zu verteilen. Einmal allerdings hat ihnen die Gier (den „Otkat“ hat ja bisher noch keiner abgeschafft) ein Schnippchen geschlagen. Bei Temperaturen unter -10 Grad verwandelte sich die ganze Brühe in Schmierseife ähnliche Masse, die Autos wahre Strassentangos tanzen liess.
Den ganzen Beitrag lesen…
05. März 2009 | . Martinas Schlangeneier | Kommentare (1)
Ist der saubere Sport eine Illusion? Einige Experten sind dafür, Doping - kontrolliert - freizugeben. Nur so könne wieder ein ausgeglichener Wettbewerb hergestellt werden. Wie sehen Sie das?
Seit Jahren jagt die Anti-Doping-Behörde WADA verzweifelt Doping-Sünder, um letztlich doch immer nur hinterherzuhinken. Sportler und Wissenschaftler verfügen über die neuesten Produkte, die bei den aktuellen Kontrollen noch nicht erkannt werden können.
Um sich als interessierter Laie nicht zu sehr mit Blutwerten, Urinproben, pharmakologischen Grundkenntnissen usw. belasten zu müssen, schlage ich vor - Doping grundsätzlich frei zu geben und dem Athleten die Entscheidung selber zu überlassen – dopt er oder dopt er nicht.
Den ganzen Beitrag lesen…
03. März 2009 | Harrys Hammer | Kommentare (1)
Martina Wiedemann, Moskau. Geh Denken! Diese Losung sah ich auf dem Protestmarsch gegen neonazistische Aufmärsche anläßlich des Jahrestages der Zerbombung Dresdens, wo die Opfer nicht genau gezählt werden konnten, weil viele Flüchtlingstrecks in der Stadt waren, in Laubenkolonien unterkamen und beinahe alle den Flammentod starben.
Meine Mutter mit ihren fünf jüngeren Geschwistern kam zu spät und fand keine Aufnahme mehr in der überfüllten Stadt. Aus einem Güterzug in Richtung Chemnitz sahen sie das Inferno, dem sie durch puren Zufall entronnen waren, von Luftdruckwellen wie Federn umhergeworfen.
Den ganzen Beitrag lesen…
01. März 2009 | . Martinas Schlangeneier | Kommentare (3)
Der Metrochef jammert in allen Medien, dass pro Tag rund 200 0000 Passagiere weniger mit der U-Bahn fahren und somit ein grosses finanzielles Loch entsteht. Auf Fahrpreiserhöhung kommt er als allererstes, da könnte ich meinen Kopf verwetten. Er zeichnet sich überhaupt durch „massvolles Wirtschaften und strategische Weitsicht“ aus.
In den wilden 90ern und Anfang des neuen Jahrtausends gab es auch staatliche Zuschüsse für das beliebteste Verkehrsmittel. Diese aber flossen offensichtlich zum grossen Teil in dunkle Kanäle, denn weder gab es neue Waggons oder Gleise noch neue Strecken. Nun, wo Dank der planlosen Bauwut nichts mehr geht und ein Verkehrsinfarkt naht, besinnt man sich auf längst fällige Projekte im Untergrund der Stadt.
Den ganzen Beitrag lesen…
18. Februar 2009 | . Martinas Schlangeneier | Kommentare (0)
|
|