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Monatsarchiv für Mai 2008

 
 

Bürokratiewettlauf zwischen den Welten (2)

Wenn man denkt, man hat die Bedürfnisse der deutschen Bürokratie endlich befriedigt, dann kommt die russische ins Spiel: dieses hinterhältige Chamäleon, das sich aus dem Blick stiehlt, um dann von hinten um so unerwarteter anzugreifen.

Mein russischer Verlobter und ich hatten also endlich mein deutsches „Ehefähigkeitszeugnis“: stolze 55 Euro hatten wir dem deutschen Standesamt dafür bezahlt, dass wir die ganze Arbeit selbst gemacht hatten. Nachdem wir dann noch ordnungsgemäß eine Apostille zur Anerkennung des Dokuments in Russland eingeholt hatten, marschierten wir guter Dinge zum Standesamt in Kaliningrad, um uns offiziell zur Trauung anzumelden.
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Bürokratiewettlauf zwischen den Welten (1)

Wenn man als Deutsche einen Russen heiraten will (oder umgekehrt), dann muss man einen Bürokraten-Dschungel durchforsten, der nicht seinesgleichen hat. Und die deutsche Bürokratie steht der russischen in nichts nach, wie ich zum Stolz einiger Beamten hier behaupten kann.

Beim ersten Besuch im Standesamt in Kaliningrad schien alles noch ganz einfach: außer unseren Pässen brauchte ich nur ein Dokument - vom deutschen Standesamt ausgestellt - welches mir bescheinigte, dass ich eben den von mir erwählten Russen heiraten darf. Dann stände unserer Heirat in Kaliningrad nichts im Wege. Nichts leichter als das. Also flog ich ab nach Deutschland, um alles so schnell wie möglich zu erledigen.
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